
Fr 16-18 Uhr
Sa/So 14-18 Uhr
11.04.2026 17 Uhr
03.05.2026 14 Uhr
Am Samstag, d. 11.04.2026 waren zu 17 Uhr viele Kunstinteressierte zur Vernissage der Ausstellung „Crazy World“ von Jörg Wagner im Kunstverein Linz am Rhein erschienen. Zur Einstimmung auf die Ausstellung führte Alexander Wöhrle ein Gespräch mit dem Künstler.
Zu Beginn des Gesprächs drückte Wagner seine Dankbarkeit aus für die Möglichkeit, seine großformatigen Bilder in einem solch großzügigen Raum präsentieren zu können. Noch nie habe ihm für die Präsentation seiner Werke so viel Fläche zur Verfügung gestanden.
Die Frage, ob er sich mit der Kunstrichtung Street Art identifiziere, die ihm häufig in der Presse zugeschrieben werde, bejahte er. Er erklärte, dass diese Kunstform ihre Wurzeln in den Graffiti der 1970er Jahre in US-amerikanischen Großstädten habe. Wagner betonte, dass seine Arbeiten zwar rebellisch und provokant, jedoch nicht mit illegalen Graffiti-Aktionen verbunden seien. Stattdessen sehe er seine Kunst als eine Abwandlung von Street Art, die er auf Leinwänden umsetze.
Wagner gewährte den Gästen einen Einblick in seine künstlerische Biografie und beschrieb, wie seine Leidenschaft für Kunst in der Schulzeit ihren Anfang genommen habe, dann jedoch für viele Jahre in den Hintergrund getreten sei, während er eine Karriere im Bankwesen verfolgt habe. Erst gegen Ende seines klassischen Berufslebens habe er sich wieder intensiv der Kunst zugewandt und seinen eigenen Stil entwickelt, der schlussendlich zur Street Art geführt habe. Wagner betonte, dass seine Entwicklung als Künstler untypisch sei und er sich als Autodidakt nie in einem klassischen, akademischen Kontext bewegt habe.
Im weiteren Gesprächsverlauf befragte Wöhrle den Künstler bezüglich der Vorgehensweise, die hinter dessen Arbeiten stecke. Dieser erläuterte, dass seine Werke aus verschiedenen Farbschichten bestünden, die übereinandergelegt würden. Das geschehe oft spontan und ohne feste Planung. Wagner beschrieb den kreativen Fluss, in dem er frei von äußeren Zwängen arbeite, und sprach von einem Zustand, den man als „Flow“ bezeichnen könnte, in dem er in seine Arbeit vertieft sei und äußere Ablenkungen völlig ausblende.
Angesprochen auf die Emotionen, die er beim Malen empfinde, beschrieb der Künstler, dass es bei ihm weniger um Liebe oder Hass gehe, sondern vielmehr um einen inneren Drang, Inspirationen schnell in die Tat umsetzen zu wollen. Trotz dieser leidenschaftlichen Hingabe herrsche eine gewisse Rationalität in seinem Schaffensprozess, die ihm erlaube, kreativ und gleichzeitig strukturiert zu arbeiten.
Am Ende des Interviews befragte Alexander Wöhrle den Künstler nach dessen Visionen für die Zukunft. Wagner betonte, dass er nicht festgelegt sei, wo er in den kommenden Jahren stehen wolle, sondern offen dafür sei, was das Leben ihm bieten werde.
Zum Abschluss des Gesprächs ermutigte Jörg Wagner die Besucher, im Nachgang Fragen zu stellen und das Gespräch zu suchen. Diese Gelegenheit nutzten viele der Anwesenden.
Jörg Wagner wurde 1965 geboren und lebt in Bonn. Er begann seine berufliche Laufbahn in der freien Wirtschaft im Finanzsektor, wandte sich aber im Laufe seines Lebens zunehmend der Kunst zu. Seit 2010 ist er als selbständiger freischaffender Künstler tätig.