
Fr 16-18 Uhr
Sa/So 14-18 Uhr
04.07.2026
26.07.2026
Beatrice Richters Kunst verortet sich in einem eigentümlichen Zwischenraum. An der unwahrscheinlichen Schnittstelle zwischen der Tradition der informellen Malerei und einer gegenwärtigen Sensibilität für den Umgang mit materiellen Ressourcen besetzt sie einen Ort, der als Kreuzung – oder Brücke – zwischen Spät- und Nachmoderne gelten kann.
Während der erste Moment von Richters Bildproduktion stilistischer Natur und damit fest im Feld der Bildenden Kunst eingeschrieben ist, weist der zweite Moment eine ökonomisch-ökologische Logik auf, die deutlich über die Grenzen einer reinen ästhetischen Praxis hinausgeht. Die materielle Aufarbeitung der eigenen Malerei durch die Collagetechnik leitet eine konzeptuelle Wende in diesem Werk ein, der den bloßen metaphorischen Modellcharakter einer ethischen Kunstpraxis weit hinter sich lässt, um als operative Methode – konkret und wirksam, wenn auch im kleinen, individuellen Maßstab – zu fungieren.
(Dr. Emmanuel Mir, Kunsthistoriker)