Joanna Schulte 11.06.2016 - 09.07.2016

 

 

Weil das was ist nicht alles ist

Stadthalle Linz

 

Ausgangspunkt für die Multimediainstallation ist der historische Moment des Ortes:

Die Stadthalle Linz ist eine ehemalige Klosterkirche der Kapuziner, erbaut 1639, seit 1973 umgebaut als Stadthalle, ein Veranstaltungssaal für Konzerte u.ä. , kein primärer Kunstraum.

Die Madonna über dem Portal stammt von 1642 und prägt die Außenerscheinung, der Innenraum zeigt wenig historische Spuren, einige der Fenster sind erhalten, der barocke Hochaltar verschwand auf seltsame Weise bei den Bauarbeiten in den 70ern, dass sich in der Kirche die Klostergruft befand scheint belanglos.

Der Ausstellungstitel ist angelehnt an das Zitat von Adorno: "Nur wenn was ist sich ändern lässt ist das was ist nicht alles"

 

Für mein Konzept ergaben sich daraus Gegensätze wie weltlich und religiös, gut und böse, hell und dunkel.

Eine Konzentration zwischen dem Weltlichen und dem Transzendentalen wird mittels Klang, Lichtdynamiken und einer Inszenierung/dem Spiel zwischen diesen Polen erzeugt.

 

Der Vorhang, der in meinen Arbeiten eine zentrale Rolle spielt, wird mit seinen metaphorischen Bedeutungen als fertige Setzung im Raum genommen und betont.

 

Zwei Bahnen a fünfzehn 70er Jahre Lampen, die perspektivisch liegend und nach oben leuchtend auf die Bühne zulaufen, eine Art Einflugschneise, geben die Gangart der Besucher vor. In 10 minütigem Wechsel leuchten die 30 Lampen auf dem Boden abwechselnd mit der Bühnenbeleuchtung, ein und ausgefadet, einem Tag Nachrhythmus ähnlich.

 

Die Bühne ist mit weißem Teppich ausgelegt und auf der Bühne steht mittig ein Monitor mit einer Projektion. Der Filmstill zeigt mich in einer Kirche vor dem Altar auf dem Boden liegend, in einem Hochzeitskleid aus den 70 Ren.

In die Fotoarbeit habe ich den historischen Altar per Photoshop in den Altarraum eingebaut.

 

Dreht sich der Besucher wieder zum Ausgang hin sieht er über der Empore eine Diskokugel leuchten, sie ist zusammen mit der Bühnenerleuchtung geschaltet, die feine Diskolichter erleuchten den für Besucher unzugänglichen Bereich, das oben.

Der Klang wechselt ebenfalls 10 minütig von reduzierten Orgeltönen zu dichter werdenden Klangfragmenten/Klangcollagen. Quia quod est non omina est wie auch this is not all but it is for you erklingt schemenhaft aus experimentellen  Geräuschen und 70 er Musikschnipseln. Quadra Pong 2.0 ist eine Kooperation mit dem Musiker Leif Geschke.

 

Beim Verlassen der Installation kann der Besucher den Titel lesen, den er beim Eintreten vermeintlich übersehen hat: In durchsichtigen Buchstaben ist auf dem Boden geklebt:

 

 

Biografie | Biography

1969               born | geb. in Osnabrück

1992–1995    Studium Kunst, Geschichte, Universität Osnabrück | Studied Art and History at the University of Osnabrück

1995–2001    Studium Bildende Kunst, FH Hannover | Studied Visual Arts at the University of Applied Arts and Sciences, Hannover

2001             Meisterschülerin von | Master student with Prof. Ulrich Eller

Joanna Schulte und Norbert Boden, 1.Vors.Kunstverein Linz

2006–2008    Lehrauftrag FH Hannover, Fachbereich Bildende Kunst | Teaching appointment at the University of Applied Arts and Sciences, Hannover, Department of Visual Arts

 

Stipendien / Preise | Scholarships / Awards

 

2013               KWW Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen

2013               Kulturpreis der evangelischen Landeskirche Hannover

2013               3. Internationaler Bernsteinkunstpreis, Ribnitz Damgarten

2012               Aufenthaltsstipendium des Landes Brandenburg, Schloss Wiepersdorf

2012               Aufenthaltsstipendium, Künstlergut Prösitz

2011               Jahresstipendium des Landes Niedersachsen

2011               Aufenthaltsstipendium Künstlerhäuser Worpswede

2010               Tisa von der Schulenburg-Preis

2008               5. Marler Video-Installations-Preis | 5th Marl Video Installation Prize; Marl

                        Stipendium | Scholarship, Künstlerhaus Bremen

2004               Lichtkunstpreis Lüdenscheid | Light Art Award Lüdenscheid

2002               4. Internationaler Kunstpreis | 4th International Art Award, Kunstverein Hürth

 

Einzelausstellungen | Solo Exhibitions

 

2016               Weil das was ist nicht alles ist, Kunstverein Linz/Bonn

2016               Wir sind was wir waren, Hermannshof Völksen

2016               1 2 3 NONONO TO B HOP ON THE TRAIN OF YOUR DREAMS mit NOMDEPLUM, Eisfabrik, Hannover

2014               Was noch kein Ende hat mit NOMDEPLUM, Konnektor, Hannover

2013               Sollen haben neben dir, Kloster Mariensee, Neustadt a. Rbge.

2012               Bis dass der Tod uns scheidet, Städtische Galerie Schloss Borbeck, Essen

2012               doppelte Lotte mit Heike Schötker, Städtische Galerie Kubus, Hannover
2011 Nonnenstiege, Kunstverein Dorsten und Kellergewölbe Ursulinenkloster

2009               Remix Kollektionen, Kunstverein Viernheim

                        Goldstaub und Zauberstück, Peng, Mannheim

2008               wo ist mein Schuh, Künstlerhaus Bremen

2005               < als zwei qm, Kunstverein Gifhorn

Gruppenausstellungen (Auswahl) | Group Exhibitions (Selection)

2016               Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf – ein interdisziplinäres Festival, Kunstverein Kunsthaus Potsdam

2016               insight room, gallerygnaegy, Dannenberg

2015               Madonna. Frau – Mutter – Kultfigur, Landesmuseum Hannover

2015               Interieur. Fremdes in vertrauten Räumen, Schloss Agathenburg

2015               posted mit NOMDEPLUM, Pier 2 Art Center, C9 Warehouses, Kaohsiung, Taiwan

2015               Raumstationen, 87. Herbstausstellung niedersächsischer Künstlerinnen und Künstler, Kunstverein Hannover

2015               c/o Uferlos umflutend steigt der Breitengrad mit NOMDEPLUM, Kunstverein Ingolstadt

2015               Weltraum mit NOMDEPLUM, Rathausgalerie, München

2014               RWM-Fotoausstellung, Künstlerdorf Schöppingen

2014               20 Jahre Stipendien Künstlergut Prösitz, Klosterkirche Grimma und Tapetenwerk, Leipzig

2014               Neues aus hannoverschen Ateliers IV, Eisfabrik, Hannover

2014               Anonyme Zeichner mit NOMDEPLUM, Pavillon am Milchhof, Berlin

2014               Was noch keine Ende hat mit NOMDEPLUM, Changdong Art Studio, Seoul, Süd-Korea | South Korea

2014               SubSoljanka mit Gilta Jansen, Galerie Speckstraße, Gängeviertel Hamburg

2013               Balandis, Galerie F6, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen

2013               Salon Salder 2013 – Neue Kunst aus Niedersachsen, Salzgitter

2013               Stipendiatinnenausstellung Künstlergut Prösitz, Galerie Vor Ort Ost, Leipzig

2013               Anonyme Zeichner, Galerie Nord/Kunstverein Tiergarten, Berlin

2012               The cat will take your food, Salonausstellung Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf

2012               Keep in touch, Künstlerhaus Bremen

2012               Familienalbum, Städtische Galerie Nordhorn

2011               Das Interieur in der Kunst, Museum Kulturspeicher Würzburg

2011               Bremer Kunstfrühling, Bremen

2010               European Media Art Festival, Osnabrück

2009               DUNKeldeutsch, Dunk, Kopenhagen, Dänemark | Copenhagen,             Denmark

2009               Marler Medienkunstpreise | Marl Media Art Prizes, Galerii KOBRO + Galerii BLOK, Lodz, Polen | Poland

2009               Remix – Kollektionen 2009, Kunstverein Viernheim (E)

2008               Hausbesuch 3, Kurzfilmprogramm, Künstlerhaus Bremen    

2007               Anonyme Zeichner, Kunstraum Bethanien, Berlin

2006               Interzone, Bahnstrecke, Bahnstrecke, Hildesheim- Halle

2005               < als zwei qm, Kunstverein Gifhorn (E)                       

2005               In den Raum gedacht, Kunsthaus Essen

2003               Zwischenräume, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

2002               Kunstpreis, Das kleine Format, Gifhorn

2002               3. Marler Videoinstallationspreis, Marl

2001               Nordwestkunst, Kunsthalle  Wilhelmshaven

2000   La Revue Anarchiste, Kapelle Wlodek, Sprengel Museum Hannover

 

www.joannaschulte.de

 

 

 

 

 

Fotos. Joanna Schulte und W.W.Diegmann


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