Joerg Eberhard und Sarah Burek 17.05.-14.06.14

 

 

 

 

Bei der Vernissage am 17.5.2014 hat Professor Jörg Eberhard die Arbeiten der beiden Künstler vergleichend vorgestellt:

 

Jörg Eberhard 

*1956 in Bad Waldsee/Oberschwaben

lebt in Düsseldorf

 

seit 1976 durch die Familie Oellers familiär mit Linz verbunden

Sarah Burek

* 1985 in Bottrop

lebt und arbeitet in Bottrop und Essen

 

Ich bin Professor für »Experimentelle Gestaltung« an der Universität Duisburg-Essen und Sarah Burek hat vor zwei Jahren ihren Diplomabschluss bei mir gemacht. Seither lebt sie als Malerin in Bottrop.

Die gemeinsame Ausstellung spiegelt auch das Verhältnis Lehrer-Studentin, aber auch »älter  - jünger«, das unterschiedliche Verhalten als Mann und als Frau , usw.

Die Bilder zeigen den unterschiedlichen gegenseitigen Einfluss:

zunächst der Einfluss des Lehrers auf die Studentin durch die Lehre.

Aber auch den Einfluss der Studentin als meine »Führerin« in mir unzugängliche Bereiche, wie z.B. den weiblichen Blick, den jugendlichen Blick...

In den gemalten Bilder, also da, wo die Gesetze der Realität außer Kraft sind, ist eine solche Vermischung möglich, in der Wirklichkeit unmöglich.

 

Die Bilder zeigen auch die Einfühlung des Lehrers in die Studentin, die langsame Differenzierung der Positionen und letztlich die Ablösung von Sarah Burek von ihrem Lehrer.

 

 

Erklärung der ausgestellten Bilder durch »Gemeinsamkeiten« oder durch »Unterschiede«

Jörg Eberhard

Die Bilder fußen auf einem vorgestellten leeren Raum, der sich aus der Bildfläche entwickelt. Alles ist räumlich gedacht, aber nicht körperlich/plastisch.

Es gibt einen Bezug des Bildes zum aufrechten Stehen des Körpers

 

Der Raum des Bildes wird Stück für Stück mit Flächen und scherenschnittartigen Gegenständen ausgestattet. Es entsteht eine Komposition in der Fläche und im Raum.

 

Die Dinge im Raum sind immer dem Licht und dem Schatten ausgesetzt. Dadurch gibt es gemalte Farben, die Farben im Licht und im Schatten darstellen.

 

Mein malerischer Vortrag besteht vor allem aus einfachem Anstreichen der vorgezeichneten Formen; ich versuche »Peinture« zu vermeiden

 

Die Dinge in meinen Bildern fungieren als »Worte«, aus denen »Sätze«, aus denen »Texte« gebildet werden können.

Die Bilder können, wenn auch mühsam, gelesen werden.

 

 

 

Die Bilder fußen auf Narration/Poesie

Narration liefert dem Bild Geschichte, Mythen, Politik

Poesie im Bild ist dagegen so etwas wie eine Simulation der »Voraussetzungslosigkeit«. Ich tue dabei so, als wäre mir alles ganz neu, als hätte ich es noch nie so gesehen.

Sarah Burek

bemalt immer eine liegende Fläche, so wie ein Feld. Sie bemalt die Fläche als würde sie einen Garten bestellen und pflegen. Die Farbe wird auf der Fläche in den Raum hinein ausgebreitet.

 

 

Bureks verwendete Elemente sind: angestrichene Flächen, gestischer Farbauftrag, monotypieartige Abdrücke von anderen Malereien, Zeichnung in das Bild hinein,...

 

Sarah Bureks Bilder haben keinen oder nur minimaler Raum - es sind flache Bilder.

Das reale Licht im Raum beleuchtet reale Farben auf dem Bild.

 

Bureks Malerei führt dagegen eine Vielzahl an farbigen, gestischen und haptischen Qualitäten und Quantitäten vor.

 

Burek malt Bilder von Menschen als Teil des malend angelegten Farbfeldes und zugleich wirkt es so, als wollten diese sich daraus befreien, sich daraus absetzen.

 

 

 

 

Sarah Bureks Bilder bilden eher so etwas wie Verhalten/Kommunikation ab und zwar zwischen den gemalten Figuren und zwischen den realen Betrachtern und den gemalten Figuren.

 

Der wachsende Unterschied zwischen Lehrer und Studentin kann als Modell betrachtet werden für die Differenzierung des Wahrnehmbaren durch die Kunst überhaupt.

Die Kunst kann das Sichtbare immer weiter auseinanderlegen und anschaubar und damit verstehbar machen.

 

Die Linzer Ausstellung macht auch sichtbar, wie die Weitergabe von Wissen und Erfahrung von Lehrer zu Studentin vor sich geht, aber auch umgekehrt zeigt sie modellartig, wie unterschiedlich Sichtbares durch Kunst zusammenfinden kann.

 

 

 

 
"Jörg Eberhard,
1956 in Bad Waldsee geboren, studierte bis 1981 an der Kunstakademie Düsseldorf bei K.O. Götz und Alfonso Hüppi. Er ist seit 2002 Professor für Experimentelle Gestaltung an der Universität Duisburg-Essen. Eberhard ist durch die Künstlerfamilie Oellers familiär seit 35 Jahren mit Linz am Rhein verbunden.

Jörg Eberhard verbindet Gegenstände und Organismen zu Kompositionen, die auf abstrahierte Weise vom menschlichen Dasein erzählen. Das Material selbst tritt in den Hintergrund. Die ruhige Malerei erlaubt es den komplizierten Motiven in den Vordergrund zu treten. Er arbeitet mit präzisen Formen und einem fein tariertem Farbgefühl. Die präzisen Formen lassen jedem Gegenstand und jedem Organismus ihren eigen Raum. Die Farbkomposition erzeugen Verbindungen und Parallelen in der Bildwelt. Durch Überlappung und Überschneidung einzelner Bildmotive ergeben sich weitere Zusammenhänge und Erzählebenen."
 

Joerg Eberhard:

1956              geboren in Bad Waldsee
1969 - 1975       Kunstunterricht bei Paul Heinrich Ebell am Gymnasium Bad Waldsee

1975 - 1982       Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei

                  Wintersberger, Kleemann, Götz und Hüppi.

                  Kunstgeschichte bei Walter J. Hofmann und Werner Spies

1981              Meisterschüler bei Alfonso Hüppi - Staatsexamen

1984              Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

                  Max-Ernst-Stipendium der Stadt Brühl

1986 - 2004       Leitung der Kleinen Galerie der Stadt Bad Waldsee

1989              Villa-Romana-Preis, Florenz

1992              Gastatelier Villa Romana, Florenz

1991 - 1994       Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf

1995              Gast in der Cité des Arts, Paris

1998              Boesner Kunstpreis, Bochum

1999              2. Kunstpreis Eisenturm, Mainz

                  Arbeitsstipendium »Museum im Busch« Etaneno, Namibia

2001              Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig

2002 - 2007       Professor für Experimentelle Gestaltung an der Universität Duisburg-Essen

2008 - 2012       Professor für Experimentelle Gestaltung an der Folkwang Universität der Künste, Essen

2009 - 2012       Dekan des Fachbereichs Gestaltung der Folkwang Universität der Künste

seit 2012         Professor für Experimentelle Gestaltung am Institut für Kunst und Kunstwissenschaft

                  der Universität Duisburg-Essen

 

lebt mit Familie in Düsseldorf

Prof. Jörg Eberhard

Himmelgeisterstr. 107 b

40225 Düsseldorf

Tel.  +49 (0211) 3190526

Mobil +49 (01522) 1951852

 

 

Sarah Burek

 

"Geboren 1985 in Bottrop, studierte Sarah Burek ab 2006 Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität in Essen. Oktober 2012  schloss sie dieses Studium mit Auszeichnung ab und lebt seitdem als freie Malerin und Illustratorin in Bottrop.

Nachdem sie sich in ihrer Diplomarbeit mit Farbe und Papier als Material, sowie mit Ornamenten und freien Strukturen beschäftigte, kehrte sie 2013 zur Darstellung menschlicher Figuren zurück.
Kleckse, Tropfen, Schlieren und Pinselstriche ordnen sich zu menschlichen Figuren und Gruppenstrukturen. Gesichter sind stilisiert, die Köpfe kahl. Grobe Verbindungen zwischen den Figuren werden formal durch verbindende unterliegende Schichten geschaffen, sowie durch Körperhaltung und Blickrichtungen. Eingefangen werden hier menschliche Beziehungen und innere Haltung, sowie räumliche Atmosphären."
 

2006 – 2012             Folkwang-Universität Essen, Kommunikationsdesign, Schwerpunkt                         „experimentelle Gestaltung“ bei Professor Jörg Eberhard

 

Ausstellungen

 

2007   Gastkünstlerin beim „Offenen Atelier“ in Bottrop

 

2008   Gastkünstlerin beim „Offenen Atelier“ in Bottrop

 

2009   Seven up – Gruppenausstellung

 

2010   Cumulus-Projekt – Gruppenausstellung auf dem Kulturgelände der Zeche           Zollverein

            Promethiade – Großplakatprojekt umgesetzt von 15 Studenten der Folkwang      Universität

            Prometheus – Gruppenausstellung ergänzend zu den 15 Großplakaten

            Wieso? Weshalb? Warum? – Gruppenausstellung

            Pinguin ohne Knie – Doppelaustellung mit Patricia Murawski

 

2011   Wasser_Farben – Malperformance

            SprechBlase – Doppelausstellung mit Nadine Bieg

            Gruppenausstellung im NRW-Haus in Brüssel

 

2012   Verbindungsfehler – Diplompräsentation im SAANA

            Quadfalt – Doppelausstellung mit Nadine Bieg

 

2013   Das Berühren der Figüren – Einzelausstellung im Bürgerbüro Bottrop

 

Sonstiges

 

Seit 2013 Mitglied im Künstlerbund Bottrop

 

 

Kontaktdaten  Mail:               sarah.burek@gmx.de

Portfolio:        sarahburek.tumblr.com

 

 

Künstlerisches Statement:

 

Nachdem ich zwei Jahre nur ungegenständlich gemalt habe, sind seit dem Winter 2012 wieder Figuren Motiv meiner Malerei. Mit Hilfe der Techniken und Möglichkeiten, die ich mir erarbeitet habe, erforsche ich nun zwischenmenschliche Momente. Kern dabei ist nicht die Oberfläche, das reale Aussehen der menschlichen Figuren, sondern deren Innenleben.

 

 

Joerg Eberhard und Sarah Burek 17.05.-14.06.14


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