Enne Haehnle und Sybille Walenciak 16.02. - 16.03.2013

 

 


Foto Adam Oellers

Auf der gut besuchten Ausstellungseröffnung begrüßte Lars-Ulrich Schnackenberg  die zahlreich erschienenen Gäste. Er gab einen Ausblick auf das Programm für 2013 und bedankte sich bei Gabriele Oberreuter, die  sich aus der aktiven Mitarbeit im Verein zurückzieht. Von Beginn an war sie maßgeblich an der Auswahl der ausstellenden Künstler beteiligt. Zu vielen Vernissagen machte sie die Einführung in das ausgestellte Werk. Ein letztes Mal führte sie an diesem Abend in die Arbeiten von Enne Haehnle und Sybille Walenciak ein.

 

 

Der Vorsitzende bedankte sich bei Gabriele Oberreuter für ihren Einsatz im Kunstverein, dem sie in Zukunft nicht mehr so viel Zeit widmen kann.

 

 


Ausschnitt Raum

 

 

Linzer Kunstverein eröffnet diesjährige Ausstellungssaison.


 

Mit gleich zwei Künstlerinnen geht der Kunstverein Linz in das Veranstaltungsjahr 2013. Zu Gast sind Enne Haehnle und Sybille Walenciak mit ihrer gemeinsamen Ausstellung „irrenwirrenwuchernsuchen“. Sie gehen von gleichen Begrifflichkeiten wie Berührungspunkten, Überschneidungen, Verbindungen und Vernetzungen aus, die auf grafische Systeme wie Punkte und Linien verweisen. Hier liegt die künstlerische Verbindung der beiden Künstlerinnen: Ihr Interesse an der Linie. Diese Position wird die Kunsthistorikerin Gabriele Oberreuter in ihrer Einführung zur Vernissage am Samstag, den 16. Februar um 18 Uhr im Linzer Kunstverein näher erläutern.

 

Enne Haehnle wurde 1963 in Ulm geboren, wuchs in Giengen auf und machte von 1983 bis 1986 eine Bildhauerlehre in Garmisch-Partenkirchen. Danach studierte sie freie Kunst an der Gesamthochschule Kassel und ab 1988 bis 1992 an der Kunstakademie in Düsseldorf mit einem Meisterschülerinabschluß bei Prof. Klaus Rinke. Ihre Arbeit wurde mit verschiedenen Kunstpreisen und Stipendien gewürdigt. Sie kann auf zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland zurückblicken. Mit ihren Werken ist sie in öffentlichen Sammlungen und Institutionen vertreten. 2008 hat sie eine Professur für Bildhauerei an der Alanus-Hochschule in Alfter übernommen.

In Linz zeigt Haehnle eine ortspezifische Installation mit dem Titel „beep antropozän“. Auf dem Boden liegende mattschwarze Magnetbänder bilden lineare Strukturen wie Strudel, Zellen und Blasen. Die Magnetbänder scheinen auf dem Boden zu schweben und sind anders als die Linien in der klassischen Zeichnung nicht fest mit dem Untergrund verbunden. Aufgrund ihrer permanenten Abziehungs- und Abstoßprozesse und durch schon geringe Einwirkung von außen entstehen immer neue Geflechte und Strukturen. Sie erinnern an die großen Strömungswirbel in den Weltmeeren, wie zum Beispiel der Nordpazifikwirbel, der durch seine große Verschmutzung mit Plastikmüll bekannt geworden ist. Auch andere in Linz präsentierte Arbeiten Haehnles greifen aktuelle gesellschaftspolitische Diskussionen auf. Dazu kommt ihre künstlerische Auseinandersetzung  mit poetischen Texten.

 

Sybille Walenciak befasst sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Erscheinungen und Prozessen organischen Lebens, die in ihrer Vielzahl chaotisch und unüberschaubar erscheinen, aber auf simplen Prinzipien beruhen: sich ausdehnen und sich zusammenziehen, sich entfalten und verdichten, sich teilen und verdoppeln, auf- und abbauen. Alles in ständigem Wechsel und in fortwährender Bewegung. In ihrer Arbeit „wirrenundwuchern“ verweist die Künstlerin auf ungebremstes Wachstum: Die auf den Raum ausgerichtete Bodenarbeit spielt mit Licht und Schatten. Dunkle Linien schwingen vom Boden aus über Wände und Decken, in Zacken und Bögen, vibrierend und sich ineinander verheddernd, sich wieder lösend und auseinander driftend. Drähte und ihre Schatten verschmelzen zu einem unauflösbaren Gewirr."

 

Eine mit „air“ betitelte Licht-/Ton-Installation Walenciaks verknüpft Atmen und Licht. Atmen ist Leben, Licht ist Leben. Der Rhythmus des Atmens steht für Stationen des menschlichen Lebens, für Stärke und Schwäche, für Energie und Ohnmacht, für die Geburt und den Tod. Sybille Walenciak ist Jahrgang 1944 und studierte von 2006 bis 2011 Bildhauerei an der Alanus-Hochschule in Alfter.

 

Die Ausstellung mit den beiden Künstlerinnen ist vom 16. Februar bis zum 16. März 2013 in den Räumen des Linzer Kunstvereins in der Asbacher Strasse 2 zu sehen. Öffnungszeiten sind jeweils donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Der Eintritt ist frei.



 


Enne Haehnle und Sybille Walenciak

 

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