Clara Rueprich "Attempts on a still life" 03.03.-31.03.2012

Einladungsflyer

                

Vernissage, am 3.03.2012, zur Ausstellung von Clara S Rueprich (2.v.l.) Begrüßung durch Lars-Ulrich

Schnackenberg (3.v.l.) und Einführung durch Gabriele Oberreuter (1.v.l.) (Fotos: Sarah Thomsen)


    

"Waiting for Napoleon" (l.) und "Ariel" (Foto: Clara S Rueprich)

"Attempts on a still life" (Foto: Clara S. Rueprich)

 

   

Filmstills aus "Attempts on a still life"

 

 

Videokunst im Linzer Kunstverein: Vernissage am 3. März

 

Spannende Begegnungen mit den Sichtweisen einer Videokünstlerin und den eigenen Sehgewohnheiten erwartet die Besucher des Kunstvereins Linz im März. Zu Gast ist Clara S. Rueprich mit ihrer Ausstellung „Attempts on a still life“. Ihre aktuellen und neueren Arbeiten kommen direkt aus ihrer Londoner Galerie Josh Lilley von der Themse an den Rhein. Die Künstlerin wird zur Vernissage am Samstag, den 3. März um 18 Uhr, anwesend sein. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Kunstvereins, Lars Ulrich Schnackenberg, gibt die Kunsthistorikerin Dr. Gabriele Oberreuter eine Einführung in die präsentierten Arbeiten.

 

Schon der Ausstellungstitel „Attempts on a still life“ spielt mit der Mehrdeutigkeit des englisches Begriffs attempt, der in der Übersetzung sowohl Versuch als auch Anschlag bedeuten kann und so bereits auf ein wichtiges Element in Rueprichs Filmen verweist. Hinter den Szenen von beobachteter Stille und Ruhe liegt oftmals das Gefühl einer unterschwelligen Bedrohung. In ihren Arbeiten verfolgt die Künstlerin drei Gestaltungsstrategien:

 

Sie zeigt, wie sich Ereignisse unaufhaltsam entwickeln oder bestimmte Szenen sich Schritt für Schritt verändern und zwingt damit den Betrachter, sich auf die gewollte Verlangsamung des Blicks einzulassen. Gleichzeitig inszeniert sie ein Spannungsverhältnis zwischen der dargestellten Ausgangssituation und einem unvorhersehbaren Ende. Schließlich bergen die malerischen Kompositionen innerhalb ihrer Filme immer wieder spannungsgeladene und explosive Momente inmitten kontemplativer Szenarien.

 

In ihrer zweikanaligen Videoinstallation „Ariel“ zeigt ein Film, wie die Konturen eines schlafenden Kindes allmählich im abnehmenden Licht der Abenddämmerung verschwinden. Parallel dazu geben in einem zweiten Film sich langsam lichtende Nebel nach und nach den Blick auf eine Landschaft frei.

 

Die Videoarbeit „Attempts on a still life“ zitiert die Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts und setzt die bewusst komponierte Anordnung der Gegenstände und Objekte eines Stilllebens in eine visuelle Konfrontation mit dem spontanen und intuitiven Spiel zweier Kinder. Zu den Filmen präsentiert die Künstlerin eine Serie von großformatigen Fotoprints.

 

„Waiting for Napoleon“ erinnert an die Malerei Caspar David Friedrichs. Ein Blick aus dem Fenster eines schottischen Schlosses auf die Wellen des Meeres und die ziehenden Wolken erzeugen eine betörende, romantische Stimmung. Und doch schwingt beim Betrachten der Szene die unterschwellige Vorahnung einer drohenden Invasion mit.

 

Rueprichs Arbeiten bestechen mit ihrer Kombination aus malerischen Gestaltungsmitteln vergangener Epochen und aufmerksam beobachteten und festgehaltenen Situationen. Sie machen das Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Natur erlebbar. Die Arbeiten der Künstlerin fordern den Betrachter, sie verlangen Gespür für die Zeit und die Bereitschaft sich einzulassen.  Gleichzeitig belohnen sie mit Einblicken in die Geheimnisse menschlicher Daseinserfahrung, die uns die Künstlerin gibt. Voller Sensibilität, mit einem genauen Blick für Details und das stimmig komponierte Ganze und einem sicheren Gespür für das Timing.

 

Clara S. Rueprich wurde 1970 in Halle geboren. Sie studierte Landschaftsarchitektur in Dresden und in Bordeaux und diplomierte 1997. Sie war Meisterschülerin an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. 2006 erwarb sie den Master-Titel für Fine Arts am Chelsea College of Art and Design London. Rueprich erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2003 den Bayerischen Debütantenpreis für junge Künstler, ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) 2006 und 2008 den Sonderpreis des 13. Video-Art-Award im Skulpturenmuseum Marl. Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Leipzig.

 (Text: Norbert Pravato)

 


zurück

(c) 2012 Kunstverein Linz e.V. | Impressum | Datenschutzerklärung | powered by flöck-webdesign.de
Wir verwenden Cookies für die optimale Gestaltung der Webseite. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung | Impressum